Foto des ZigeunerboxersDas Mobile Landestheater machte mit dem packenden Klassenzimmerstück „Der Zigeuner-Boxer“ im Rahmen unserer Lesewoche auch Station an der NMS Zell/Ziller. Die SchülerInnen der 4. Klassen erlebten eine beeindruckende Ein-Personen-Aufführung, in welcher der Schauspieler Stefan Riedl in die Rolle seines Freundes Hans schlüpfte und auf berührende Weise das Schicksal des deutschen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann erzählte.
Der aus einer Sinti-Familie stammende Trollmann machte in den 20er Jahren eine beeindruckende Sportkarriere, die wegen seiner Herkunft und des aufkommenden Nationalsozialismus jäh beendet wurde. 1928 verweigerte man ihm den Start bei den Olympischen Spielen, der deutsche Meistertitel 1933 wurde ihm aufgrund seiner Abstammung ebenfalls aberkannt.


boxerDie Vorlage für ihr bewegendes Klassenzimmerstück fand Rike Reiniger in der Biografie von Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1944 im KZ ermordet wurde.
Das Stück fordert zum Nachdenken auf: Der Zwiespalt zwischen Zivilcourage und Freundschaft, die Macht eines menschenverachtenden Systems und das Gefühl des Ausgeliefertseins – das alles spiegelt sich in den Erinnerungen von Hans, die ihn quälen.
„Die Erinnerung hat mich. Sie ist in mir.“